Iris Hoppe   Alice Musiol


Videoinstallation und Textarbeiten

 in den Schaufenstern des ehemaligen Lust for Life in Aachen



                   mit Unterstützung der Landmarken AG


o.T.  2014 (Waffen aus Holz) Größe variabel Holz, Klebeband

What Does It Mean…? 2020

Velours, Baumwolle, Garn, Keilrahmen  210 x 140 cm

Why do some people…? 2020

Velours, Baumwolle, Garn, Keilrahmen  210 x 140 cm

Do guns kill…? 2020

Velours, Baumwolle, Garn, Keilrahmen  210 x 140 cm

Das Werk von Alice Musiol umfasst ein breitesSpektrum an Medien: Zeichnungen,Druckgrafik,Wandarbeiten, Objekte, Skulpturen, Installationen, Projektionen – bis auf klassische Malerei und Fotografie kommt nahezu alles vor, was zeitgenössischer Kunst an Ausdrucksformen zur Verfügung steht.  

Im Zentrum steht dabei weniger das Medium, sondern vielmehr eine grundsätzliche Haltung, die zu einer Arbeit führt. Obgleich sich Musiol in hohem Maße aufSituationen, Räume, auf ein Repertoire von Vorhandenem-  Material, Gegenstände, Arbeitsmöglichkeiten etc. – einlässt, steht der Bezug zu ihrer eigenen Identität, zu ihrer Biografie und Körpererfahrung, zu ihren eigenen Zeitmaßstäben und den damit verbundenen Möglichkeiten immer im Mittelpunkt ihres Schaffens. 


www.alicemusiol.de

Volker Saul


one way or another



Ausstellung vom  14.3. bis 26.4.2020

Installation mit Teilen der Werkserie sechsundzwanzig

im Raum für Gäste Warmweiherstrasse 23

Orange  Blau

Hellrosa  Grün

Grün  Gelb

Raum für Gäste Warmweiherstrasse 32

Zu Volker Sauls neuer Werkserie »sechsundzwanzig«


Das besondere Verhältnis zwischen künstlerischer Diktion und Zufall spielt in den Arbeiten von Volker Saul grundsätzlich eine Rolle. Es fordert den Künstler immer aufs Neue heraus, will von ihm austariert sein und teilt sich in seiner Offenheit und Ambivalenz dem Betrachter als besonderer Reiz mit. In den neuen Aluminiumstücken zeigt sich diese letztlich unhinterfragbare Balance sogar zu einem mobilen System erweitert.

Volker Saul hat vor Jahren für ein Projekt aus 2 mal 3 Meter großen Aluminiumplatten organoide Formen herausschneiden lassen. Nun ist Saul auf die verbliebenen Reststücke gestoßen, sind sie doch in ihrer drei Millimeter Dicke à la shaped canvases sozusagen von vergleichbarer Qualität. Die Form ist nicht eindeutig zu definieren und fern aller Symbolik. Manche der 26 »Negativa« haben neben ihren weich fließenden Begrenzungen die harten Kanten der originalen Platten. Saul hat den grundierten Teilen spontan mit großzügiger, schwungvoller Geste Farbe aufgebracht, vielfach noch eine weitere andersfarbige Acrylschicht, ohne die untere gänzlich zu überdecken. Die abschließende Lackschicht lässt die lebendige Oberfläche mitsamt der dicken, wenig formgerechten Pinsel- und Farbspuren wirksam werden.

Nun heißt es, die beidseitig bemalten Stücke zu gruppieren und zu ordnen. Da sie selbstverständlich gleichwertig sind, fällt dem jeweiligen Raum die Rolle zu, sie als Ensemble zur Geltung zu bringen. Sie lassen sich entweder auf einem flachen Display nebeneinander auslegen, an einer Wand neben- und übereinander hängen oder aber ringsum auf mehreren Simsen platzieren. Jede Anordnung im Raum bringt eine spezifische Aussage und Auslegung dessen hervor, was den einzelnen Stücken und dem Ensemble insgesamt inhärent ist. Unter Augenhöhe lose gegen die Wand gelehnt, ermöglicht es, mehrere Stücke so vor- und hintereinander zu stellen, dass sich Segmente überschneiden. Dies lässt an Sauls mehrschichtige Papierarbeiten denken, insbesondere, wenn man hinzurechnet, dass bei den Reliefs auch die leeren, weißen Wandflächen einen entscheidenden Part als erweiterte Räumlichkeit spielen. Zudem werfen sie Schatten und durch das Überlappen kommt es zu weiteren freien Konfigurationen, die teilweise gegenständliche Assoziationen zulassen. Auch emotionale Situationen wie Gespräche miteinander, Kämpfe gegeneinander oder in sich ruhende Positionen kann der Betrachter herauslesen, denn diese Art der Aufstellung gewährt eine direktere körperliche Nähe als andere denkbare Anordnungen im Raum.

Als Installation gesehen zeigt sich das Ensemble wie ein offenes, flexibles System, dessen Einzelobjekte ihren je eigenen Charakter haben. Seiner Gesamtheit aber kommt möglicherweise mehr Bedeutung zu als der Summe seiner einzelnen Teile. 


   Renate Puvogel, Aachen im Februar 2020

Solo Show »Volker Saul: one way or another«, Raum für Gäste, Aachen, 13.3.–19.4.20

Hellrosa Grün

Acryl auf Aluminium 2020

ca. 76 cm x 43 cm x 3 mm

ca. 87 cm x 48 cm x 3 mm

Display MDF

180 x 10 x 2,2 cm

Installationsansicht


Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2018/19, 42 x 29,2 cm,

2-3 lagig

Grün Gelb

Acryl auf Aluminium 2020

ca. 76 cm x 43 cm x 3 mm

ca. 76 cm x 43 cm x 3 mm

Display MDF

180 x 10 x 2,2 cm

Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2019, 70 x 50 cm, 2-lagig

Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2018/19, 42 x 29,2 cm,

2-3 lagig


Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2018/19, 42 x 29,2 cm,

2-3 lagig

Orange Blau

Acryl auf Aluminium 2020

ca. 76 cm x 43 cm x 3 mm

ca. 76 cm x 43 cm x 3 mm

Display MDF

180 x 10 x 2,2 cm

Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2019, 70 x 50 cm, 2-lagig

Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2019, 70 x 50 cm, 2-lagig


Ohne Titel,

Acryl auf geschnittenem Papier,

2018/19, 42 x 29,2 cm,

2-3 lagig

Iris Hoppe


Grenzzirkel





Solistin 2019


1 Videoskulptur / Rauminstallation

Drahtskulptur mit audiovisuellen digital- und analog Equipment                              


Skulptur 330 x 220 cm







In dem nahezu quadratischen Raum (Hausnr. 23) zeigt Iris Hoppe die Videoskulptur Solistin (2019).

Eine Balletttänzerin aus Drahtgeflecht dreht sich langsam um ihre Achse. Ausgestattet mit aufwendiger Technik, deren Kabel so etwas wie Blutgefäße sein könnten, die die Energiezentren miteinander verbindet, wirft sie aus drei Projektoren Bilder an die Wand.

Diese Bilder erzählen von dem Auflösen einer Wohnung, eines Lebens, und rotieren mit der Figur.


Im Kopf der Figur befindet sich ein Display mit dem Porträt einer älteren Frau, 

Iris Hoppes Mutter. Das Lied „Die Gedanken sind frei“ wird aus Lautsprechern an den Ohren abgespielt- die Musik kommt hier aus den Ohren. Es gibt viele Einzelheiten in der komplex gebauten Installation, die in der Kombination mit den projizierten Bildern und der Musik eigene Assoziationen auslösen und an eigene Erinnerungen und Erfahrungen anknüpfen können.






Videoaufnahme Peter Hinschläger

Individual Borders 2003 


Partizipatives Videoprojekt / Intervention im öffentlichen Raum     

40 PartizipantInnen      


09:10 min. DV mit O-Ton 

Individual Borders wurde 2003 auf der Biennale di Venezia in der Utopia Station Arsenale im Rahmen von [ve] 01 border counter gezeigt, ein Ausstellungsprojekt des Forscher-Netzwerks Multiplicity und  Stefano Boeri (IT). 


Das Video entstand auf einer Autofahrt zwischen Berlin und Venedig, bei der Hoppe die deutsch-tschechische, tschechisch-österreichische, österreichisch-slowenische und slowenisch-italienische Landesgrenze sowohl auf abseitigen Nebenstraßen, wie auf Hauptverkehrsstraßen passierte.  An den Grenzübergängen sprach sie Reisende an und bat diese, vor dem staatlichen Grenzübergang ihre ganz persönliche Grenze mit einem Stück Kreide auf dem Asphalt zu definieren. 

Die Installation besteht aus zwei Teilen:

im projizierten Film ist zu sehen, wie die Tochter von Iris Hoppe mit 120 Radschlägen an 120 Kunstwerken der Biennale in Venedig 2017 vorbei turnt und dabei immer wieder Pausen macht, in denen sie der Kamera den Rücken zuwendet und das Kunstwerk betrachtet.

Gleichzeitig wird der Schattenriss eines Spielzeug-Riesenrades auf die Leinwand projiziert, dessen Bewegung in die gegenläufige Richtung geht. So überschneiden sich in den Bildern zwei verschiedene Rhythmen und Zeitläufe und finden manchmal eine kurze Pause, wenn das Mädchen innehält, um ein Werk zu betrachten. 

In der Installation bezieht Iris Hoppe ihre Tochter in ihr Werk ein, deren spielerisches Radschlagen die Idee auslöste. Durch das Einbeziehen ihrer nächsten Umgebung und der verschiedenen Generationen- in der Videoskultptur „Solistin“ ist 

es die Mutter, die auf dem Bildschirm im Kopf der Figur zu sehen ist- schafft es Iris Hoppe,

über die Bewegung, das Drehen, das Kreisen etwas vom Vergänglichen und Flüchtigen, von Erinnerungen spürbar werden zu lassen.


Zeitwerk 2017


1 Videoinstallation mit analogem Spielzeug-Riesenrad 

Projektion  300 x 400 cm


DV (8 Min. Endlosschleife), Videobeamer, Leinwand,

DVD Player, 2 Lautsprecher, Spielzeug-Riesenrad (Durchm. 50 cm), Stehlampe

Gesamtformat variabel, Schattenwurf Durchm. mind. 300 cm

Videoaufnahme Peter Hinschläger

Fotos und Videos VG Bild - Kunst 


Exercise to stay in balance 2017

Zeichnung auf Papier

Ecoline, Kohle, Graphit

70 x 50 cm


Submerge (entwachsen) 2015

Zeichnung auf Papier

Ecoline, Kohle, Graphit

50 x 35 cm


Zeit…die Macht der fortschreitenden Zerstörung 2019 Fotoarbeit

Pigmentdruck auf Barytpapier,

Dibond Kaschierung


Outgrow (entwachsen)

2015

Zeichnung auf Papier

Ecoline, Kohle, Graphit

50 x 35 cm


Nachlass I.

2019

Pigmentdruck auf Barytpapier,

Dibond Kaschierung

100 x 80 cm


Discharge (entladen) 2015

Zeichnung auf Papier

Ecoline, Kohle, Graphit

50 x 35 cm


Garten 2019

Pigmentdruck auf Barytpapier,

Dibond Kaschierung

100 x 80 cm